Berichte der lokalen Presse zur voov 2003

AUF EINEN BLICK
11.08. PUTLITZER VOOV VERLIEF WEITESTGEHEND FRIEDLICH / DEALER GEFASST
Besucherrekord trotz Hitze

CLAUDIA BIHLER
PUTLITZ - Mit so vielen Besuchern hatten die Veranstalter der Voov selbst nicht gerechnet. Verhalten optimistisch hatten sich Scotty und Antaro zwar gezeigt, aber mit den meisten anderen Goa-Partys in diesem Jahr landeten deren Veranstalter oft im Minus. So hatten die beiden eher mit 7000 Besuchern gerechnet.
Das Minus dürfte dem Voov-Experience in Putlitz auch in diesem Jahr erspart geblieben sein, denn 2003 wurden wieder fünfstellige Besucherzahlen verzeichnet. Knapp 10 000 Tickets waren bereits am Samstagnachmittag verkauft. Hinzu kamen noch einmal über 1000 Putlitzer und Einwohner aus dem Amtsbereich, die das Angebot nutzten, gegen Vorlage ihres Personalausweises kostenlosen Eintritt zu haben.
Am Eingang wurden die Besucher von großformatigen Schildern begrüßt: Hohe Waldbrandgefahr, den Wald nicht betreten, keine Feuer. Über dem Platz lag die pralle Sonne - viele halfen sich mit Sonnenschirmen oder Wassersprühern versorgt - die meisten allerdings ließen sich weder von Sonne noch vom Staub auf dem Platz daran hindern, stundenlang auf einer der drei Dance-Floors zu bleiben. Das Dj-Line-Up war wie in den vergangenen Jahren exklusiv: Dimitri Nakov (USA), Live Pa Wrecked Machines (Brasilien) XP Voodoo (Russland), oder Mekkannikka (USA) gehörten ebenso dazu wie natürlich Antaro und Scottie selbst. Für den Rest der Show sorgten dann die Teilnehmer selbst. Sie liefen teilweise kunterbunt kostümiert über den Festplatz.
Viel genutzt wurde das Angebot der Stadt Putlitz, das Schwimmbad länger als üblich am VooV-Wochenende geöffnet zu halten.
Recht viel zu tun hatte am Wochenende die Sondereinsatzgruppe des Rettungsdienstes. Bis gestern hatte allein das Deutsche Rote Kreuz über zehn Mal in Aktion treten müssen: Meistens waren Wespenstiche zu behandeln, häufig war die Ursache die Hitze, die teilweise in Kombination mit Drogen gravierende Auswirkungen zeigte. Für diese Art der Einsätze hatten die Veranstalter zudem eigene Kräfte im Einsatz: "E-clipse" stand Patienten zur Seite, die in "außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen" Probleme hatten.
Die Polizei hatte relativ wenig zu tun, kleinere Rangeleien wurden von den Veranstalter-Sicherheitsleuten geklärt. Lediglich ein Vorfall rückte dann doch ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Prignitzer Polizeibeamten: In Putlitz bot ein 29-jähriger ausländischer Staatsbürger einem Zivilfahnder der Kriminalpolizei Drogen an. Der Zivilfahnder wollte ihn daraufhin vorläufig festnehmen. Dieser Festnahme widersetzte sich der 29-Jährige jedoch, was ihm allerdings nicht gelang. Bei den darauf folgenden Kontrollen stellte die Polizei fest, dass er gleich ein ganzes Sortiment an Drogen dabei hatte: LSD, Ecstasy, Marihuana und Haschisch waren im Angebot. Außerdem führte er noch ein Opiat mit sich, dessen Zusammensetzung die Polizei erst noch analysieren muss. Der Drogenhändler wird von der Polizei in Gewahrsam gehalten, die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt.

LANDESPOLITIK

11.08. 10 000 GÄSTE BEI PUTLITZER VOOV-PARTY
Flower-Power in der Prignitz

PUTLITZ Heiße Sonne, staubiger Festplatz: Trotz Hitze kamen am Wochenende 10 000 Gäste zur größten europäischen Goa-Party "VooV-Experience" nach Putlitz (Kreis Prignitz). DJ Antaro und DJ Scotty als Veranstalter hatten im Vorfeld mit niedrigeren Besucherzahlen als im Vorjahr gerechnet - und wurden positiv überrascht.
Antaro gilt als Urgestein der Trance-Szene. Er feierte in Putlitz seinen 50. Geburtstag bei der Veranstaltung, die vor zwölf Jahren als seine private Party mit wenigen Gästen begonnen hatte. Vorbild waren Flower-Power-Feten Indiens, wo sich Leute aus aller Welt am Strand zum Tanzen und Feiern getroffen hatten.
Publikum und Diskjockeys waren auch 2003 in Putlitz international. Sie kamen aus Russland, Israel, Brasilien und den USA. Die Putlitzer begrüßten das bunte Völkchen aus aller Welt mit gewohnter Freundlichkeit und Toleranz. Gerüchten zum Trotz will Antaro nach seiner Übersiedlung nach Spanien weiterhin zur VooV einladen: "Dass ich damit aufhöre, ist Quatsch."
Die Prignitzer Polizei meldet nur einen Vorfall im Zusammenhang mit der ansonsten ruhigen Veranstaltung: Ein Ausländer wollte einem Zivilfahnder Drogen verkaufen. Bei der Festnahme leistete der Dealer heftigen Widerstand. Die Beamten fanden bei ihm ein Sortiment von Opiaten, LSD, Ecstasy, Marihuana und Haschisch. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl.
Der Rettungsdienst musste zehn Mal Wespenstiche oder Folgen des Drogenkonsums bei Hitze behandeln. cb

   


   
der prignitzer lokales

Voov-Experience lockte fast ganz Europa nach Putlitz

Tausende Teilnehmer auf der dritten Goa-Party
Putlitz Auf dem Weg zum riesigen Festplatz zwischen Mansfeld und Putlitz erblickte man die verschiedensten Autokennzeichen. Die Palette reichte von Frankreich über die Niederlande, Dänemark bis Schweden. Die dritte Goa-Party hatte sich nicht nur in Deutschland herumgesprochen. Durchtanzen von Freitag bis Montagfrüh war angesagt. Und sie waren alle eine große friedliche Gemeinschaft. DJs und Bands auf zwei Floors sorgten für die entsprechenden Rhythmen. Am Samstag startete um 23 Uhr die australische Band Gangagiri. Vorab gab es etwas fürs Auge. Drei Tänzerinnen in bunten Kostümen und vor der Bühne fast als Monster verkleidete Tänzer bewegten sich hinein in die Publikumsmenge. Alles hatte einen Hauch von Nostalgie. Hundert Meter weiter zeigte mit äußerster Vorsicht aufgrund der Waldbrandwarnstufe vier ein Feuerschlucker sein Können.
Wem die Bässe dann zu sehr den Takt des Herzens bestimmten, der schlenderte entlang der Stände mit internationalem Essen, verschiedenem Kunsthandwerk oder anderen orientalischen Angeboten. Von ein paar Stehtischen abgesehen, spielte sich bei dieser Party trotz Staub alles auf dem Boden ab - einfach eine Decke nehmen und das Feeling genießen. S. St.

   
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